WDA treibt Integration von Tierschutzbildung in taiwanesische Schulbücher voran: 364 Schülerbeiträge beim Wettbewerb

Lorraine Lu, Korrespondentin der World Dog Alliance
In den vergangenen Jahren hat sich die World Dog Alliance (WDA) intensiv für die Verankerung von Tierschutzbildung in Schulbüchern eingesetzt. In enger Zusammenarbeit mit der Life Conservationist Association (LCA) arbeitet die WDA daran, die Werte von Lebensachtung und Tierliebe nachhaltig an Schulen zu verwurzeln. Am 17. Oktober fand die feierliche Preisverleihung der „5. Ausgabe des Literaturpreises für Tierfürsorge 2026“ statt. In diesem Jahr wurden insgesamt 364 Beiträge eingereicht. Nach zwei anspruchsvollen Bewertungsrunden (Vor- und Endrunde) wurden herausragende Arbeiten in den Kategorien Grundschule, Mittelschule sowie Gymnasien und Berufsbildende Oberschulen prämiert. Dieser Schreibwettbewerb, der Schulbuchtexte als Ausgangspunkt wählte, zeigte eindrucksvoll auf, wie das Lesen im Klassenzimmer die junge Generation zu fundierten Gedanken über den Tierschutz und den Eigenwert des Lebens anregt.
Die World Dog Alliance widmet sich seit langem dem Wohl von Haustieren wie Hunden und Katzen. In den letzten zwei Jahren hat die WDA ihre Bemühungen in Taiwan nochmals intensiviert, um Tierschutzkonzepte in Lehrplänen und offiziellen Lehrmaterialien zu verankern. Gemeinsam mit Vertretern der Life Conservationist Association wurden mehrere namhafte Schulbuchverlage besucht und ein konstruktiver Dialog mit der Nationalen Akademie für Bildungsforschung geführt – der staatlichen Institution für die Begutachtung und Zulassung von Schulbüchern –, um das Verantwortungsbewusstsein für andere Lebewesen bereits im Kindesalter zu festigen.
Der diesjährige Literaturpreis bot eine ideale Gelegenheit, die tatsächliche Wirkung dieser pädagogischen Initiativen zu beobachten. Die Schülerinnen und Schüler waren eingeladen, aus ihren Lehrbüchern Texte über Tiere, Leben und Natur auszuwählen und diese mit persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen zu verknüpfen.
Laut Statistik stammten 120 Einreichungen aus Lehrbüchern des Kang-Hsuan-Verlags, 108 aus dem Han-Lin-Verlag und 61 aus dem Nan-I-Verlag. Zusammen machten diese drei großen Verlage 289 Arbeiten und somit fast 80 % aller Einreichungen aus. Lektionen wie „Leb wohl, Caesar“, „Das kleine Mädchen“, „Das Paradies der Katzen“, „Die Leopardkatze ist unser Totoro“ und „Bekenntnisse einer Leopardkatze“ dienten den Heranwachsenden als Ausgangspunkt, um sich mit der Situation von Tieren und dem Wert empfindungsfähigen Lebens auseinanderzusetzen.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Schulbuchtexte mit Schwerpunkten auf Lebensbildung weit mehr als reines Sprachlehrmaterial sind: Sie prägen das Verständnis junger Menschen für die Mensch-Tier-Beziehung maßgeblich. Die 12-köpfige Jury setzte sich aus Literaturprofessoren, Lehrkräften sowie Fachexperten aus den fünf zentralen Tierbereichen zusammen: Heimtiere, landwirtschaftliche Nutztiere, Wildtiere, Versuchstiere und Zootiere.
Das Bewertungsschema umfasste die Kriterien „Originalität der Prosa“ (20 %), „Sprachliche Eleganz“ (20 %), „Logische Kohärenz“ (20 %) und mit der höchsten Gewichtung „Inspirations- und Wertegehalt“ (40 %). Dieses Bewertungskonzept unterstreicht, dass es bei dem Preis nicht nur auf stilistische Fertigkeiten ankam, sondern vor allem darauf, dass Schüler ein echtes Verständnis für das Tierwohl entwickeln und über Lebensrespekt, Halterverantwortung und Tierschutz nachdenken. Angesichts des hohen Niveaus vieler Beiträge bewerteten die Juroren die Arbeiten aus unterschiedlichen Fachperspektiven und wogen Textgestaltung, Gedankentiefe und persönliche Erfahrungen sorgfältig gegeneinander ab.

In der Grundschulkategorie ging der 1. Preis an Chang Chiao-hsin von der städtischen Jishui-Grundschule in Neu-Taipeh für „Ein Versprechen fürs Leben“. Anhand ihrer Erfahrung bei der Versorgung von Straßenkatzen schildert die Schülerin einfühlsam ihren Reifeprozess von reiner Tierliebe hin zur Übernahme dauerhafter Fürsorgeverantwortung.
In der Mittelschulkategorie sicherte sich Lin Yin-hsi von der städtischen Fengnan-Mittelschule in Taichung mit „Mein ‚Baozi‘ ist mehr als nur ein Snack“ den 1. Platz. Ausgehend von heiteren Alltagsbegegnungen mit ihrem Hauskaninchen „Baozi“ spannte die Autorin den Bogen zu der Verantwortung, ein Tier auch im Alter oder bei Krankheit zu pflegen, und machte deutlich, dass lebenslange Fürsorge kein bloßes Schlagwort sein darf.
In der Kategorie Oberschulen und berufsbildende Schulen wurde Chang Hsin-yun von der Staatlichen Pingbei-Oberschule für ihren Essay „Trostlosigkeit außerhalb des Bildausschnitts: Eine Lektüre von 〈Leb wohl, Caesar〉 als urbane Allegorie über das Vergehen des Lebens“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Sie verknüpfte die Literaturanalyse mit einer scharfsinnigen Kritik an der Situation von Straßenhunden in der modernen Gesellschaft und hinterfragte Konsumkultur, Verdinglichung von Leben und Tierethik.
Die drei Erstplatzierten durften ihre Arbeiten bei der Feierstunde auf der Bühne persönlich vortragen. Auch die weiteren prämierten Texte zeigten facettenreiche Blickwinkel – vom Aussetzen von Tieren über Tierheimarbeit und Adoption bis hin zum Artenschutz und der emotionalen Verbundenheit zwischen Mensch und Tier –, was das reife Engagement der Schüler aller Altersstufen für ethische Lebensfragen widerspiegelt.
Für die World Dog Alliance erschöpft sich Tierschutzbildung nicht darin, Kindern beizubringen, „gut zu Tieren zu sein“. Vielmehr geht es darum zu verstehen, dass Tiere eigene Bedürfnisse und Empfindungen haben, und zu begreifen, welche Auswirkungen menschliches Handeln auf andere Lebewesen hat. Die WDA setzt darauf, mit diesem Wettbewerb die Tierschutzbildung in staatlichen Lehrbüchern weiter zu verankern, damit noch mehr Heranwachsende durch das Lesen Respekt vor dem Leben erlernen und dieses Verständnis in tägliches Handeln überführen.

Bildunterschriften:
Die Preisverleihung des Literaturpreises für Tierfürsorge 2026 fand am 17. Oktober unter Beteiligung von Vertretern des Landwirtschafts- sowie des Umweltministeriums statt.
Die exklusiven, beidseitig bedruckten WDA-Ökotaschen zählten zu den Auszeichnungen für die prämierten Schülerinnen und Schüler.
Die Urkunden, gemeinsam ausgestellt vom anleitenden Landwirtschaftsministerium und der veranstaltenden Organisation, wurden von Schülern, Eltern und Lehrkräften mit großem Stolz und Anerkennung entgegengenommen.




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