WDA setzt sich für eine Veterinärreform in Taiwan ein: Zuständige Behörde leitet Konsultation zu Gesetzesänderungen ein

Da Hunde und Katzen immer mehr zu vollwertigen Familienmitgliedern werden, sind die Erwartungen der Öffentlichkeit an die Qualität der tierärztlichen Versorgung, die Transparenz im Gesundheitswesen und die Rechte von Tierhaltern deutlich gestiegen. Taiwans aktuelles Tierärztegesetz und die dazugehörigen Verordnungen bestehen jedoch bereits seit Jahrzehnten. Angesichts des rasanten Fortschritts in der Medizintechnik, der zunehmenden Verbreitung der Telemedizin und sich wandelnder Tierschutzkonzepte besteht erheblicher Bedarf an Überprüfung und Verbesserung. Die World Dog Alliance (WDA), die sich dem Wohl von Haustieren verschrieben hat, treibt Reformen des Tierärztegesetzes voran und hat bereits vielversprechende erste Erfolge erzielt.
Im April dieses Jahres reichte die WDA auf der Nationalen Umweltkonferenz der NGOs einen umfassenden Überarbeitungsvorschlag für das Tierärztegesetz ein . Der Vorschlag forderte die zuständige Behörde auf, den bestehenden Rechtsrahmen ganzheitlich zu überprüfen und Reforminitiativen in Schlüsselbereichen wie der Qualität der tierärztlichen Versorgung, der Informationstransparenz, der Berufsaufsicht und dem Tierschutz vorzulegen. Die Tier- und Pflanzenschutzbehörde (APHIA), die für Veterinärangelegenheiten zuständige Aufsichtsbehörde, reagierte umgehend und begann auf Grundlage des Vorschlags mit Vorarbeiten. Ende Juli berief die APHIA ein erstes Konsultationstreffen mit den beteiligten Organisationen ein, um sich über die Richtung der Gesetzesänderungen auszutauschen.
Der Vorschlag der WDA konzentriert sich auf fünf zentrale Reformrichtungen:
Einführung eines offiziell zertifizierten veterinärmedizinischen Facharztsystems: Die WDA empfiehlt die Einführung eines standardisierten, unabhängigen Zertifizierungsmechanismus für Fachrichtungen wie Kardiologie, Ophthalmologie und Onkologie. Dies würde Tierhaltern helfen, spezialisierte Experten zu finden und gleichzeitig die medizinischen Standards insgesamt verbessern.
Verbesserung der Transparenz medizinischer Informationen: Der Vorschlag sieht eine klarere Kennzeichnung von Medikamenten und formalisierte regulatorische Standards für den Zugriff auf digitale Patientenakten vor, um dadurch medizinische Streitigkeiten aufgrund von Informationsasymmetrie zu reduzieren.
Stufenweise Integration der Telemedizin: Angesichts des Trends zur Digitalisierung des Gesundheitswesens schlägt der Vorschlag vor, die schrittweise Zulassung telemedizinischer Leistungen für bestimmte Anwendungsgebiete – wie Nachsorgeuntersuchungen bei chronischen Erkrankungen, postoperative Überwachung und Beratungen – zu prüfen, sofern eine erste persönliche Untersuchung stattgefunden und eine Patientenakte angelegt wurde. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Patientensicherheit mit den Bedürfnissen der Gesundheitsversorgung in abgelegenen Gebieten und speziellen Fällen in Einklang zu bringen.
Stärkung der Verbindung zwischen dem Tierärztegesetz und dem Tierschutzgesetz : Der Vorschlag empfiehlt die Einrichtung rechtlicher Schutzmaßnahmen für Tierärzte, die Verdachtsfälle von Tierquälerei melden, und prüft gleichzeitig Möglichkeiten, klinische Arbeitsabläufe zu nutzen, um die Einhaltung der Haustierregistrierungspflicht zu fördern und so die Aufsicht an der Quelle zu verbessern.
Stärkung der Berufsethik und Aufsicht: In den letzten Jahren gerieten Tierkliniken vereinzelt in die Kritik unnötiger chirurgischer Eingriffe und schwerwiegender Tierschutzskandale, was in der Öffentlichkeit große Besorgnis auslöste. Da die Disziplinar- und Mediationsbefugnisse derzeit ausschließlich bei den Kommunen liegen, empfiehlt die WDA, sich an internationalen Präzedenzfällen zu orientieren und einen zentralen Berufsprüfungs- oder Disziplinarausschuss mit unparteiischen Vertretern der Öffentlichkeit einzurichten, um so die Glaubwürdigkeit der Institutionen zu gewährleisten.

Während des Treffens erklärte die APHIA, dass sie bereits mit der Ausarbeitung von Überarbeitungen des Tierärztegesetzes begonnen habe , einschließlich Bestimmungen für ein tierärztliches Disziplinarsystem. Gespräche mit tierärztlichen Berufsverbänden hätten bereits begonnen. Sobald der offizielle Entwurf weiter ausgearbeitet sei, plane die Behörde, Tierschutzorganisationen, Vertreter von Tierhaltern und Verbrauchergruppen zusammenzubringen, um eine breite öffentliche Meinung einzuholen. Die APHIA wies außerdem darauf hin, dass die anstehenden Gesetzesänderungen auch Diskussionen über Telemedizin-Rahmenbedingungen, Transparenz medizinischer Informationen und Streitbeilegungsmechanismen umfassen würden.
APHIA wies darauf hin, dass es zwar derzeit über 2.000 veterinärmedizinische Einrichtungen in Taiwan gibt, die für die Aufsicht zuständigen Verwaltungskräfte und Ressourcen jedoch weiterhin stark eingeschränkt sind. Um künftig ein Gleichgewicht zwischen Qualitätskontrolle im Gesundheitswesen, fachlicher Aufsicht und Tierschutz zu gewährleisten, ist eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Regierung, Tierärzteschaft und Zivilgesellschaft erforderlich, um das System gemeinsam weiterzuentwickeln.
Dieses Treffen markiert den offiziellen Übergang der Reform des Tierärztegesetzes in die Konsultationsphase. World Dog Alliance plant, den Gesetzgebungsprozess künftig nicht nur aufmerksam zu verfolgen, sondern auch taiwanesische zivilgesellschaftliche Gruppen bei der Formulierung konkreter politischer Empfehlungen zu unterstützen. Ziel ist es, ein modernisiertes tierärztliches Gesundheitssystem zu schaffen, das Tierschutz, die Rechte von Tierhaltern und die berufliche Weiterentwicklung der Tiermedizin in Einklang bringt und so einen umfassenderen Gesundheitsschutz für Haustiere gewährleistet.




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